Leitbild Dr. Robert GmbH

Ethische Werte
Die Menschenrechtskonventionen bilden unsere ethischen Grundlagen. Achtung, Wertschätzung und wohlwollende Haltung bestimmen unsere unterstützenden psychotherapeutischen Behandlungen. Wir begegnen unseren Patienten auf gleicher Augenhöhe und betrachten sie als eigenständige soziale Wesen, die entwicklungs- und veränderungsfähig sind und ein Recht auf Selbstbestimmung haben. Unsere respektvolle Grundhaltung fördert eine gegenseitige Selbstreflektion ohne Stigmatisierung und Schuldzuweisung. Die von uns gelebte Fehlerkultur ermöglicht unseren Patienten, Rückfälle zu erkennen, anzunehmen und zu akzeptieren und bietet Chancen, etwas zu ändern.


Suchtverständnis
Substanzkonsum kann ein Lösungsversuch sein, Belastungsfaktoren und Lebenskrisen zu überwinden, um Entspannung zu finden, Selbstwertgefühl zu steigern oder andere Bedürfnisse zu befriedigen.

 

Dieser Lösungsversuch bewirkt kurzfristig eine rasche Befriedigung der Bedürfnisse. Längerfristig kann diese Scheinlösung Gesundheit und soziale Beziehungen schädigen und vor allem die gesunde Entwicklung des Menschen beeinträchtigen. 

 

Die kontinuierliche Zufuhr von Substanzen verändert das neuronale Netzwerk sowie die Neuro-Transmitter, was zu Veränderungen der Psyche und des Verhaltens führen. Abhängigkeit ist meistens eine Reaktion auf individuell, sozial oder kulturell krank machende Faktoren, wie zum Beispiel Mangel an emotionaler Zuwendung, Orientierungslosigkeit, Reizüberflutung oder traumatisierende Erfahrungen.

 

Eine Suchtentwicklung kann demzufolge auch Antwort auf eine Störung im Beziehungssystem sein. Der abhängige Mensch wird somit Symptomträger, der unbewusst mit seiner Sucht auf familiäre und gesellschaftliche Störungen oder Konflikte hinweist. Sucht verstehen wir auch als Suche nach Identität und Lebenssinn. Einer solchen Entwicklung wird entgegengewirkt, indem wir den Betroffenen einen würdigen und respektierenden therapeutischen Rahmen bieten, der die Achtung des Schicksals und das Vertrauen in eigene Ressourcen und Entwicklungspotenziale beinhaltet. 


Behandlungsgrundsätze
Unsere psycho- und pharmakotherapeutische Behandlungen sind auf die vom Patienten selbstbestimmten Bedürfnisse ausgerichtet. Es wird sorgfältig zwischen Selbstbestimmung und fürsorglicher Intervention abgewogen.
Der primäre Fokus gilt nicht der Abstinenz, sondern der Schadenminderung. Die Grundlage der Behandlung ist das Absichern des Überlebens und darauf aufbauend das bestmögliche Überleben. Jede Reduktion von substanzbedingten Schäden ist wertvoll. Im Rahmen der vertrauensvollen Beziehung zwischen Patient und Therapeut kann Motivation geklärt und therapeutische Zielsetzung formuliert werden. Letztere erfolgt nur nach Einverständnis des Patienten. Eine wesentliche Rolle in der Behandlung spielen die Selbstverantwortung des Patienten und der gegenseitige Respekt.


Wir fokussieren nicht auf die Defizite, sondern auf die Ressourcen. Diese Vorgehensweise ermöglicht, die Resilienz im Alltagsleben zu fördern und zu stärken. 


Betriebsgrundsätze
Unsere Ärztinnen und Ärzte haben fundiertes Fachwissen und jahrelange Erfahrung im Suchtbereich, insbesondere in der substitutionsgestützten Behandlung. Wir haben eine flache hierarchische Struktur und können damit ein innovatives Arbeitsklima sichern und bestehende Potentiale aller Beteiligten fördern und gewinnbringend einsetzen.
Das integrierte interdisziplinäre und prozessorientierte Behandlungssystem fusst auf Evidenz basierten wissenschaftlichen Erkenntnissen, welche fortlaufend evaluiert und ergänzt werden. 


Es ist uns ein besonderes Anliegen, unser Fachwissen jungen Assistenzärzten zu vermitteln, so dass Nachwuchsförderung garantiert und Kontinuität in der Suchthilfe gewährleistet werden kann.

 

AnF, März 2017